Netbooks sind ein extrem erfolgreiches Trendprodukt. Die kleinen Computer versprechen höchste Mobilität, sollen unterwegs Zugang zum Internet, E-Mails und anderen technischen Anwandungen grantieren. Doch welches Netbook eignet sich für wen? Lesen Sie hier die leicht verständliche große Netbook-Kaufberatung.

Welches Netbook eignet sich für wen?

Als Asus Ende 2007 das erste winzige Notebook, heute sagt man im allgemeinen Sprachgebrauch Netbook, auf den Markt brachte, waren die Fronten noch klar. Eine völlig neue Produktkategorie wollte das taiwanische Unternehmen da an den Käufer bringen. Die Ähnlichkeit zum Notebook sei nur äußerlich, darauf bestand die Asus-Marketingabteilung. Vielmehr habe man einen Computer vor sich, der den Massen den kinderleichten Umgang mit Internet und Textverarbeitung ermögliche, einen Eee-PC eben, dessen drei E zunächst die Einfachheit bei Lernen, Arbeiten und Spielen symbolisieren sollten.

Inzwischen, zahlreiche Konkurrenzmodelle später, gibt es eigentlich nur noch ein Kriterium, das Netbooks von normalen Notebooks absetzt: den Preis nämlich, und selbst daran kann man sich als Käufer angesichts mancher Luxus-Netbooks kaum noch orientieren. Was sind dann die Kriterien, nach denen man das passende Modell auswählen sollte?

Gemeinsamkeiten der Netbooks: der Preis, der Prozessor

Den Preis hatten wir schon genannt: in Deutschland hat sich ein mittleres Preisniveau von zurzeit 400 Euro eingepegelt. Ausreißer nach unten, die bis etwa 250 Euro reichen, sparen an der Ausstattung (was kein K.O.-Kriterium sein muss). Ausreißer nach oben bedienen die Luxus-Klientel, die Wert auf eine besonders schnelle Grafikkarte oder Swarovski-Kristalle auf dem Deckel legen. Da sind dann gern mal 500 oder 600 Euro fällig. Die technische Gemeinsamkeit bildet fast immer der Hauptprozessor des Netbooks, der von Intel kommt und die Bezeichnung Intel Atom trägt.

Zwar versuchten und versuchen auch andere Hersteller, an ein Stück vom Kuchen zu bekommen, doch sind sie dabei wenig erfolgreich. Außerdem ist allen Vertretern des Genres gemein, dass kein CD- oder DVD-Laufwerk eingebaut ist. Die technischen Gemeinsamkeiten bedingen, dass sich auch die Einsatzmöglichkeiten ähneln: Internetsurfen, Texte schreiben und kalkulieren, das alles funktioniert flott, doch spätestens bei aktuellen Spielen oder beim Videoschnitt müssen die Netbooks passen. Einen Vorteil haben sie allerdings in ihrer Eignung für Kinderhände, die der geringere Tastenabstand noch nicht stört. Dass die Kids mit den Netbooks kaum spielen können, beruhigt manches Elternteil vielleicht sogar.

Netbook: Leichter Mini oder Notebook-Ersatz

Zwei grundlegende Konzepte werben um die Gunst der Käufer. Da wären zum einen die besonders kleinen und leichten Rechner – früher hätte man sie Subnotebook genannt und mindestens fünfmal mehr dafür bezahlt. Sie wiegen um die 1000 Gramm, ihre Bildschirme sind nicht allzu groß, und statt einer Festplatte halten leichtere und robustere Speicherchips in Form eines SSD (Solid State Drive) die Daten des Besitzers fest. Auf die SSDs passen meist deutlich weniger Daten als auf eine Festplatte; oft genug installiert man deshalb statt des platzfressenden Windows-System lieber ein schlankes Linux. Wer dann später doch mehr Platz braucht, schließt eine externe Festplatte an. Die leichten Netbooks sind klar für die Benutzung unterwegs vorgesehen, man sollte dabei nicht unterschätzen, wie stark sich nach einem längeren Spaziergang ein Gewicht von plus oder minus 300 Gramm auf den subjektiven Schulterschmerz auswirkt.

Netbook-Konzept Nummer 2 hingegen speist sich aus dem Wunsch vieler Anwender, sich mit vergleichsweise wenig Geld so gut wie alle Funktionen eines Notebooks zuzulegen. Da können die Bildschirme und die Festplatten nicht groß genug sein. Die Begrenzung nach oben kommt hier von Microsoft: wer als Händler legal ein Netbook mit Windows XP verkaufen will, muss unter anderem eine maximale Festplattengröße von 160 Gigabyte akzeptieren. Umgehen lässt sich das nur, indem die Hersteller andere Betriebssysteme vorschlagen, die Kundenakzeptanz ist da aber relativ niedrig. Die schweren Netbooks wiegen deutlich über 1000 Gramm, in Einzelfällen sogar deutlich mehr. Ihre Bildschirme sind wenigstens 10 Zoll groß, gern darf es ein noch größeres Format sein.

Langläufer oder Sprinter: Akkulaufzeit der Netbooks

Dass bei einem in Größe und Preis derart geschrumpften Notebook Kompromisse nötig sind, dürfte klar sein. Je nach Größe des Geräts kann zum Beispiel der Akku Kind eines Kompromisses sein. Mit dem leichteren Standard-Akku (Dreizellen-Akku) kommen die Geräte oft nur auf 2,5 Stunden abseits der Steckdose. Teilweise bieten die Hersteller dann auch größere Batterien an (Sechszellen-Akkus), die es auf fünf Stunden Laufzeit (nur im Sonderfall auch mal mehr) bringen.

Vom manchmal beschworenen „One Day Computing“, nach dem man sein Netbook einen ganzen Arbeitstag lang nutzen könne, bleibt in der Praxis meist wenig. Das gilt umso mehr, wenn die Netbooks auf Geschwindigkeit optimiert sind, etwa mit einer eingebauten Grafikkarte. Solche Sprinter sind dann auch nicht so leise wie die Rechner ihrer Kollegen.

Betriebssystem: Windows oder Linux für das Netbook?

Mal davon abgesehen, dass diese Frage sich gut als Gegenstand einer Art Religionskrieg eignet, kann man pragmatisch sagen, dass jedes System Vor- und Nachteile besitzt. Windows (und zwar insbesondere Windows XP) kennen viele Anwender schon. Es fällt ihnen deshalb leichter, sich umzugewöhnen. Wer andererseits zum ersten Mal ein Netbook in der Hand hält, dem hilft ein Linux-Modell eventuell beim Einstieg.

Die einzelnen Funktionen sind jedenfalls hier deutlich voneinander getrennt – das Bild, Linux sei kompliziert, stimmt hier nicht mehr. Dazu muss man sich allerdings damit abfinden, dass die Einrichtung einzelner neuer Programme durchaus nicht trivial ist. Immerhin hilft das eine starke Gruppe von Eee-PC-Besitzern im Nest.

Ausreißer und Sonderlinge auf dem Netbook-Markt

Der Netbook-Markt ist mittlerweile so erwachsen, dass es nicht mehr genügt, die Features mitzubringen, die alle haben. Deshalb gibt es nun besonders große Netbooks, deren TFT-Augen aus Zwölf-Zoll-Schädeln lugen. Es gibt aber auch Modelle, bei denen man das Display mit berührungsempfindlichen Funktionen aufgerüstet hat. Mit solchen Tablet-PC-Details kann man etwa Texte schneller eintippen.

Schließlich gibt es auch Geräte auf dem Markt, denen die Designer Funktionen eines echten Noteboks einprogrammiert haben. Vor allem um die flotte Grafik dieser Varianten ist das gemeine Netbook neidisch. Manche Hersteller rauben dem Netbook gar sein Display – damit wird daraus ein Nettop, ein besonders günstiger Standard-PC.

Die Kauf-Kriterien für ein Netbook

Wichtig sind, vom Preis abgesehen, vor allem Speicherplatz, Bildschirm, Akkulaufzeit und Gewicht. Leider sind die vier Größen aufeinander bezogen. Ein ideales Modell mit großem Bildschirm und niedrigstem Gewicht ist mit heutiger Technik nicht möglich. Letztlich muss man sich deshalb entscheiden, wie viel Hardware man zu tragen bereit ist. Viele Netbook-Modelle gehen einer lästigen Marotte nach: ihre Bildschirme sind verspiegelt, so dass sie vor allem bei Tageslicht oder einer Neonröhre im Rücken kaum noch ablesbar sind. Außerdem sind verspiegelte Displays anfällig für Fingerabdrücke.

Recht unterschiedlich fällt auch aus, wie gut die Designer den Platz unter dem Bildschirm genutzt haben. Während hier zwischen Rand und Tastatur noch der Daumen Platz findet, gehen die Tastenreihen bei der Konkurrenz ganz bis an den Rand. Das verschafft ein besseres Tippgefühl. Wie viel Speicherplatz man braucht, hängt von der beabsichtigen Nutzungsart ab. Wer all seine Bilder und Musikstücke auf dem Netbook ablegen will, braucht möglichst viel Platz. Wer hingegen sein Gerät nur zum Surfen braucht, wird mit einem Modell etwa mit acht Gigabyte Speicher durchaus glücklich.

Netbook-Test im Laden: Bilden Sie sich ein eigenes Urteil

So gründlich man den Netbook-Kauf, vielleicht mit Hilfe dieser Seiten, auch vorbereitet – der beste Test findet eigenhändig im Laden statt. Wie gut kommen die zehn Finger mit der Tastatur zurecht, mit der sie für die nächsten Jahre Freundschaft schließen sollen? Treffen sie auch immer die gewünschte Taste, oder haben die Designer für Verwirrung gesorgt? Beim recht kleinen Netbook ist dieser Test noch wichtiger als beim Standard-Notebook.

Was passiert, wenn das Netbook oder das Notebook einmal vom Tisch fällt und nur noch kratzende Geräusche von sich gibt? Dann gibt es immer noch die Chance auf Datenrettung, berichtet der Internetdienst Headcrash.net. Spezialisten können die Daten von Festplatten oftmals zu großen Teilen oder gar komplett wieder herstellen. Mehr zum Thema gibt’s auf headcrash: Dattenrettung von Netbook und Notebook.

Die große Netbook-Kaufberatung macht Sie fit für die richtige Kaufentscheidung. Eine große Auswahl der aktuellen und beliebtesten Netbooks finden Sie auch hier im Netbook-Shop.